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Kurze Geschichte der Polizei

Posted: Oktober 27th, 2020 | Author: | Filed under: Polizei & Nazis | Tags: , , , , , | No Comments »
Das Konzept Polizei im heutigen Sinne ist nicht mal 200 Jahre alt. Dabei beziehen sich die Daten im Zeitstrahl auf bestimmte Ereignisse zur jeweiligen Gründung der ersten Polizeien. Danach breitete sich das Konzept nach und nach in den Ländern aus.
 
 
Um die Entstehung von Polizei zu verstehen, muss 1 die Entwicklung des Kapitalismus (⚠️verkürzt!!!) betrachten. Der Amerika-Handel, Versklavung von Menschen und Ausbeutung von Gold, Silber und Rohstoffen führte zur Bildung einer immer reicheren Bourgeoisie. Diese entfernte sich immer mehr von der Arbeiterklasse und war immer weniger bereit ihren Reichtum zu teilen. Verständlicherweise wuchs dagegen Widerstand. Es gab zwar noch keine Cops, aber immer öfter mussten die Reichen Gewalt anwenden, um die Armen zu kontrollieren. Dazu wurde immer wieder die Armee hinzugezogen. Problem: Die Armee ist nicht in Aufstandsbekämpfung spezialisiert, sondern im Töten. Tote werden zu Märtyrern ihrer Bewegungen. Das stachelt den Widerstand noch weiter an. Und genau das passiert…
 
Nach der franz. Revolution war die Angst in England groß vor einer englischen Revolution. Öffentliche Versammlungen werden auf 50 Menschen begrenzt. Trotzdem organisieren Menschen immer größere Protest-Kundgebungen. So wie 1819 in Manchester. Soldaten wurden daraufhin in eine Menge von 80.000 Menschen geschickt, wobei Hunderte von Menschen verletzt und elf Menschen getötet werden. Das Peterloo-Massaker löste eine Welle von Streiks und Protesten aus. 
 
Immer größere wirtschaftliche Ungleichheit, immer mehr Arme in den immer größeren Städten – die Herrschenden brauchen neue Institutionen, um diese Lage unter Kontrolle zu bekommen. 1829, 10 Jahre nach Peterloo wird mit dem Metropolitan Police Act die London Police gegründet. Die neue Behörde wird speziell entwickelt, um Menschenmengen „nicht tödliche Gewalt“ zuzufügen, um sie zu spalten, während die Schaffung von Märtyrern vermieden wird. 
 
Klar, dass eine Organisation, die routinemäßig Gewalt anwendet, immer wieder Menschen tötet. Aber für jeden Polizeimord gibt es Hunderte oder Tausende Fälle von Polizeigewalt, nicht tödlich sind – berechnet und kalibriert, um Einschüchterung hervorzurufen. Wenn die Londoner Polizei nicht zur Kontrolle von Menschenmengen eingesetzt ist, wird sie in die Stadt verteilt, um das tägliche Leben der Armen und der Arbeiterklasse zu überwachen. Das fasst auch die Doppelfunktion der modernen Polizei zusammen. 
 
Schon damals gibt es die verstreute Form der Überwachung und Einschüchterung, die den Namen der Verbrechensbekämpfung trägt. und dann gibt es die konzentrierte Form der Aktivität, um es mit Streiks, Unruhen und größere Demonstrationen aufzunehmen. 
 
Wir halten fest:
in England entsteht die Polizei, Menschenmassen zu kontrollieren und die immer wachsende Ungerechtigkeit der kapitalistischen Herrschaftsordnung zu sichern. Im Gebiet der heutigen USA gehen wir in die Zeit der Revolution, um die Entstehungsgeschichte der Polizei einzuordnen: Vor der Revolution gab es in den englischen Kolonien keine Polizei. Es gab eine selbst organisierte Nachtwache, alles andere wurde untereinander geregelt.
 
Herren – also Menschen mit Besitz – beaufsichtigten ihre Sklaven, Diener und Lehrlinge. Als die Revolution begann, unterstützten die Herrschenden den Protest und förderten die Organisation von Widerstand gegen die britischen Behörden. So entsteht ein sehr effektiver Widerstand durch alle Schichten gegen die Briten mit dem bekannten Erfolg.
 
Festzuhalten ist: die unteren Schichten haben die Drecksarbeit in diesem Konflikt geleistet. Doch als die Briten besiegt waren bauen die Eliten ihre eigene Regierung auf. Und natürlich hatten sie dann genug von aufständischer Organisation. Während nun das entstehen eines Arbeits- und eines Wohnungsmarktes die sozialen Dynamiken und das Leben in Städten veränderte, kamen immer mehr irische Einwanderer in Städte wie New York. Die Iren sind nicht besonders beliebt, da sie als billige Arbeitskräfte bereitstehen. So wohnen in oft Iren und Schwarze in den gleichen Vierteln nebeneinander. Noch bevor es eine richtige Polizei gibt, gibt es racial profiling genau in diesen Vierteln.
 
 
In Vierteln, die von Iren und ehemaligen Sklaven bewohnt werden, gibt es häufiger Patrouillen. Den religiösen und rassistischen Spaltungen liegen wirtschaftliche Ursachen zugrunde. Irische Arbeiter waren im Allgemeinen weniger qualifiziert und verdienten niedrigere Löhne.
 
Gleichzeitig wurden die Jobs in den Werkstätten „entqualifiziert“, um sie mit billigeren Arbeitskräften zu besetzen. So wurden die ansässigen Arbeiter Teil eines echten Arbeitsmarktes, da sie ihre langfristigen Verträge verloren und befanden sich auf der Lohnskala nur 1 Stufe über den irischen Einwanderern. Schwarze Arbeiter waren ein oder zwei weitere Stufen von der irischen Lohnskala entfernt. Im wachsenden NYC entstand eine riesige Konkurrenz. Und so kämpften Gruppen derselben Klasse ihre eigenen Kämpfe, nicht selten gegeneinander. Es kam – super-verkürzt gesagt – zu regelmäßigen Riots unterschiedlicher Gruppen. In der Zeit zwischen 1825-1830 etwa 1 Riot/Monat. Eine für die Herrschenden besonders beeindruckende Riot fand an Neujahr 1828 statt: mehrere tausend „Anglo workers“ randalierten Richtung Broadway, wo die Reichen wohnten. Unterwegs zerstörten sie Geschäfte, zerbrachen Scheiben und griffen Menschen einer African Church an.
 
Als die Menge das City Hotel erreicht, wo die Reichen feiern, blockieren sie die Straße und die Kutschen, die die Damen und Herren nach Hause brachten, wurden blockiert. Daraufhin wurde eine starke Gruppe von Watchmen versammelt, um die Rädelsführer in Gewahrsam zu nehmen. Da kommt es zu einem kurzen „Waffenstillstand“. Dies ermöglicht es der „Watch“, sich über den Kampf klar zu werden, in den sie geraten würden. Währenddessen bewaffnet sich die Menge mehr und mehr. Die „Watch“ tritt zur Seite und lässt die Menge triumphierend passieren. So fand dieses Spektakel des Trotzes der Arbeiterklasse vor den Augen der Familien statt, die New York City regierten. Zeitungen forderten daraufhin eine wesentliche Erweiterung der Watch. Der Aufstand von 1828 – und ein Jahr großer Riots im Jahr 1834 – beschleunigte eine Reihe von schrittweisen Reformen, die schließlich zur Gründung des New Yorker Police Department im Jahr 1845 führten. Die Reformen von 1845 erweiterten die Polizei, professionalisierten sie und zentralisierten sie mit einer militärischeren Befehlskette. Der Dienst wurde auf 24 Stunden erweitert, Polizisten wurde verboten, einen zweiten Job anzunehmen. Die Bezahlung wurde erhöht, und die Polizei erhielt nicht mehr einen Teil der Geldstrafen, die von den Tätern eingezogen wurden.
Das gab mehr Freiheit, Richtlinien und Prioritäten festzulegen – machte die Polizei aber auch empfänglicher für Bedürfnisse der Wirtschaftseliten. In den Südstaaten war die Entstehung der Polizei von anderen Rahmenbedingungen geprägt: Eine der ersten modernen Polizeikräfte der Welt entwickelte sich in Charleston, South Carolina, noch bevor die New Yorker Polizeikräfte voll professionell wurden.
 
Der Vorläufer der Polizei von Charleston war keine Gruppe städtischer Watchmen, sondern Sklavenpatrouillen, die auf dem Land operierten, um entlaufene Sklaven einzufangen und/oder zu bestrafen. /31
In allen Südstaaten durchstreiften vor dem Bürgerkrieg bewaffnete Polizeipatrouillen Tag und Nacht die Landschaft und schüchterten Sklaven ein, terrorisierten und misshandelten sie. /32
Dabei handelte es sich idR um freiwillige weiße Bürger, die ihre eigenen Waffen zur Verfügung stellten. Im Laufe der Zeit wurde das System immer mehr in das Stadtleben eingegliedert. Die weiße Bevölkerung des Südens, sowohl in der Stadt als auch auf dem Land, lebte in ständiger Angst vor Sklavenaufständen – tja, das schlechte Gewissen. 
 
Schwarze auf dem Land wurden ständig überwacht und es gab innerhalb des anstrengenden Arbeitsregimes für Sklaven nur wenige Möglichkeiten, soziale Verbindungen aufzubauen. In Städten, wie Charleston war das anders, wie Weiße häufig verärgert oder alarmiert bemerkten.
 
Long story short: Industrialisierung bringt gewisse Freiheiten für Sklaven, die von ihren Besitzern in die Städte zum Arbeiten vermietet werden. So entstehen schwarze Viertel und eine schwarze Arbeiterklasse.
(Bildquelle: sciway.net/hist/chicora/f…)
 
Nur mal zur Einordnung: 1818 trennten sich mehr als 4.000 freie Schwarze und Sklaven von den gemischten methodistischen Kirchen der Stadt und bauten eine African Methodist Episcopal (AME) -Kirche in Charleston Neck. 
 
Da die Bedingungen in den Städten im Süden also dramatisch freier waren als auf den Plantagen, musste der Staat eingreifen, um die Repressionsarbeit zu erledigen, die die Sklavenmeister normalerweise erledigt hatten.
 
So entwickelt sich in den 1820er Jahren eine „moderne“, von der Stadt geführte Polizei, die sowohl die nächtliche Belästigung der schwarzen Bevölkerung als auch die Bereitschaft zur raschen Mobilisierung zur Kontrolle von Menschenmengen durchführt. 
 
Schwarze, selbst freie Schwarze, die nach einer Ausgangssperre ohne akzeptable Entschuldigung erwischt wurden, wurden über Nacht auf die Wache festgenommen und bekamen bis zu 39 Peitschenhiebe, nachdem ein Richter den Fall am Morgen untersucht hatte. 
 
Diese Praxis geht auf die Kolonialzeit zurück und spiegelte die Methoden der ländlichen Sklavenpatrouillen wider. Wie in New York war der große Unterschied, dass die Garde im wesentliche eine bezahlte Truppe und nicht mehr eine Gruppe von einberufenen Bürgern war. 
 
In den 1830ern ist durch verschiedene rassistisch motivierte Moves der weißen Stadtbevölkerung und der Stadtverwaltung, sowie Reaktionen der schwarzen Gemeinden eine Polizei-Truppe gewachsen, die wesentlich militarisierter und repressiver ist, als die Polizeien im Norden. 
 
Die spezifische Geschichte der Polizeikräfte in den USA war wie auch in England von Stadt zu Stadt unterschiedlich, aber alle konzentrierten sich auf ähnliche institutionelle Lösungen, die irgendwo zwischen New York und Charleston lagen. 
 
Die Natur der Polizei ergibt sich aus der Natur des „Problems“: einer städtischen arbeitenden Bevölkerung, die als Lohnarbeiter und Handwerker eine gewisse wirtschaftliche Autonomie entwickelt hat und so ein selbstbewusstes, kollektives Eigenleben führte.
 
Die Erfahrungen im Süden bestärken lediglich einen Aspekt, der im Norden bereits klar war: Anti-schwarzer Rassismus wurde vom ersten Tag an in die amerikanische Polizeiarbeit eingebaut. Das Selbstverständnis ist geprägt von Sklavenjäger-Mentalität. (Uff!) 
 
Und jetzt endlich zur deutschen Polizei…
 
Aber Moment! Wer mehr und viel detailreicher zur Entstehung von Polizei in UK und USA lernen mag, findet bei David Whitehouses „Origins of Police“ den perfekten Einstieg.
 
Der Begriff Polizei, der vom griechischen polis stammt, ist wesentlich älter, als die Polizei selbst und bezeichnete die staatliche Funktion mit absolutistischer Macht, die Gesellschaft für die Sicherheit und das Wohl der Untertanen zu ordnen. So ensteht eine Idee von Polizei auf der ganzen Breite des gesellschaftlichen Lebens: den Willen des Herrschers (sprich: Kaisers) durchzusetzen, statt aus eher speziellen Einsatzzwecken, wie in UK und USA. Das Treiben auf den Märkten, Baurecht, Sitte sollen geregelt werden – gleichzeitig setzt sich das Verständnis vom Stellvertreter des Kaisers fest. Nach den Napoleonischen Kriegen entstehen nach französischen Vorbild Gendarmerien, auch um Räuberbanden im verwüsteten Land in den Griff zu bekommen. Die erste Gendarmerie entsteht 1808 in Lippe. Mit dem Frieden nehmen die Bandenaktivitäten ab, die Gendarmerien können das als ihren Erfolg verbuchen. Und so werden in den folgenden Jahren überall Pranger und Schafott endgültig durch das neue System der Polizeien und den angeschlossenen Gefängnissen verdrängt. 
 
Die Polizeien vernetzen sich mehr und mehr und es entsteht eine neue Struktur staatlicher Gewalt. Auch in Deutschland dient diese dazu, revolutionäre Widerstände gegen die immer ausbeuterischen Ausmaße des Kapitalismus‘ zu brechen. Laut des Historiker Alf Lübke erzeugt dieses Netzwerk eine tiefsitzende Untertanenhaltung, die so nachhaltig ist, dass sie so gar den scheiternden Widerstand gegen den Nationalsozialismus beeinflusste. Who knows…
 
Die Zahl der Verbrechen beeinflusst die neue Behörde allerdings nicht. Besonders Eigentumsdelikte nahmen immer weiter zu. Auch Gewaltdelikte stiegen während der 1830er Jahre immer weiter an. Aber an vielen Orten ist die Polizei schlecht ausgestattet. Das ändert sich im Kaiserreich. Polizisten verdienen das Doppelte eines Arbeiters und sorgen für Ordnung und die Durchsetzung von gesellschaftlichen Normen nach dem Selbstverständnis des Kaiser-Stellvertreters.* 
 
*Benutze für diese Zeit bewusst nur die beschreibende männliche Form, da es keine weiblichen Polizisten gibt. Gesellschaftliche Normen und so. @bini_adamczak würde das wohl anders handlen. (Lest ihr Buch „Kommunismus“ – schöner kann eine nicht gendern!) 
 
Dabei sind die Aufgaben der Polizei auch absolutistisch politisch: sie hat dafür zu sorgen, dass Demonstrationen nicht geschehen oder nicht ausufern konnten. Die meisten Polizisten hatten militärische Lebensläufe. Die Polizei hat ein unnahbares Verhältnis zur Bevölkerung. 
 
Mit der Bevölkerungsexplosion durch die Industrialisierung und Konflikte des Dreiklassenwahlrechts wächst auch die Stärke der Polizei immer weiter an. Es entstehen Steckbriefsammlung und systematische „kriminalistische Arbeit“ – und so auch Stigmatisierung bestimmter Gruppen. 
 
In der Zeit nach 1848 wird außerdem mit der reaktionären Motivation eine weitere Revolution mit allen Mitteln zu verhindern, die Überwachungskapazitäten der Polizeien im deutschsprachigen Raum ausgebaut. Abhören, Briefe öffnen, zentrale Register errichten, uvm.
 
Eine Kriminalpolizei, die eng mit der politischen Abteilung zusammenarbeitet, wird bei der Berliner Polizei aufgebaut. Techniken wie absichtliche Provokation, Bestechung, Betrug, Diebstahl, Fälschungen und Meineide, um politische „Gegner“ gehörten dort zum Handwerkszeug. Ein guter Augenblick um einmal kurz Inne zu halten: die DNA der deutschen Polizei ist absolute Autorität und die Verfolgung aller, die den reaktionären Staat in Frage stellen mit allen Mitteln. Wüsste gerne mal, wie die Geschichte in deutschen Polizeischulen erzählt wird. 
 
Die Korruption oder das #Polizeiproblem des 19. Jahrhunderts wird nicht selten öffentlich. Doch trotzdem wird nicht viel gegen diese Probleme unternommen. Dabei spielt die Unterstützung und das Verständnis aus bürgerlichen Kreisen eine entscheidende Rolle. Unter Beifall des Bürgertums, wird 1870 der Streifendienst eingeführt und die Polizei erhält immer weitere Befugnisse (Polizeihaft). Bedenken gibt es kaum – trotz Willkür und häufigen Gesetzeswidrigkeiten, mit der die Polizei andere Bevölkerungsgruppen behandelt. Opfer der Polizei waren Katholiken (–> Kulturkampf), Linke („Sozialisten“), Arbeiter, Menschen aus der Unterschicht, Obdachlose, ethnische Minderheiten wie Polen oder Sinti*ze und Rom*nja – und Frauen, die unter dem Vorwand der Sicherheit von Polizei gegängelt werden. 
 

Next stop: 1. Weltkrieg.

1914-18 sind auch viele Polizisten als Soldaten in den Schützengräben. In den politischen Auseinandersetzungen nach dem Krieg ist die Polizei überfordert.

Militär <-> Polizei
Polizei <-> Militär

(Mehr hier)

Die Folgen sind brutal und nachhaltig…
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Mit dem rechten Auge ebnet die Polizei den Nazis den Weg, aber jetzt soll das dunkelste Kapitel der deutschen Polizei erst anfangen. Auch wenn es wenige Hinweise auf Nazi-Zellen in der Polizei vor 1933 gibt, spricht Hitler vielen Cops aus der Seele.
 
Die Polizei ist mittendrin statt nur dabei, wenn es besonders in den frühen Jahren des NS-Reiches darum geht, allen Widerstand brutal auszuräumen. Als ‘Feinde der Volksgemeinschaft’ bezeichnete Minderheiten wurden von den Nazis eingeschüchtert oder ausgeschaltet. Dabei war die Polizei ein ebenso unentbehrlicher wie williger Helfer. Das wird während der Novemberprogrome 1938 besonders gut sichtbar und den Betroffenen zum Verhängnis. In den Progromnächten sperren Cops die Straßen und sorgen dafür, dass die Übergriffe stattfinden können.
 
Die Polizei hält Mitglieder jüdischer Gemeinden vom Löschen ihrer Gotteshäuser ab und mischen auch bei den Verwüstungen mit, wie Fotos aus den Nächten belegen. Eine besonders vollständige Fotoserie (wahrscheinlich aus Fürth) findet sich hier.
 
https://twitter.com/ElishevaAvital/status/1060914915588915200
 

Vielerorts nahm die Polizei noch in den Pogromnächten jüdische Menschen in „Schutzhaft“.

Fazit: Ohne die Polizei wären die Pogrome anders verlaufen.

Und auch das ist bloß ein Anfang…

Polizeiregimenter sind bei der Einrichtung der ersten KZ gleichwertig mit SA und später SS beteiligt und stellen Wachmannschaften und Logistik. Und sie fahren an die Ostfront, massenmorden hinter den Linien der Wehrmacht.

Nach dem Krieg gehen alle Cops vom Fronteinsatz zurück in den Regeldienst. Die wenigsten müssen sich jemals für ihre Verbrechen verantworten. Übrigens ebenso niemand für Verbrechen der Weimarer Morde der Polizei. 

Und wer behauptet, die moderne Polizei habe mit dem NS-Staat aber doch gar nichts zu tun: die Mörder waren die Ausbilder der heutigen Ausbilder. Praktiken vergangener Zeiten blieben, wie struktureller Anziganismus uvm.

(Kontext dazu hier ab 9:20)

Aber noch ein Disclaimer: meine Recherchen sind work-in-progress, werden sie immer sein. Die Geschichte der Polizei – insbesondere der deutschen – ist ein ziemliches Dunkelfeld. Wenn ihr was wisst, ergänzt bitte und gebt Hinweise! DANKE fürs Lesen!

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