#1WeltOhnePolizei ist ein unabhängiges,

journalistisches Watch- und Infoblog, das sich seit September 2019 kritisch mit Polizei auseinandersetzt – für eine Welt ohne Polizei. mehr…

Düsseldorf: Eingriff ins Versammlungsrecht

Posted: Juni 13th, 2020 | Author: | Filed under: Menschen mit Meinungen | Tags: , , | No Comments »

Am Rande einer Corona-Verschwörungsdemo in Düsseldorf kommt es beim Zugang zur Gegendemo zu den üblichen Problemen.


DIE FORDERUNGEN DER COLLECTIVE BLACK VOICES IM FREE CAPITOL HILL AN DIE REGIERUNG VON SEATTLE, WASHINGTON

Posted: Juni 11th, 2020 | Author: | Filed under: Welt Ohne Polizei | Tags: , | No Comments »

In Anerkennung der Menschen, die Capitol Hill befreit haben, ist diese Liste von Forderungen weder kurz noch simpel. Dies ist nicht bloß eine Forderung, die Polizeibrutalität zu beenden. Wir fordern, dass der Stadtrat und der Bürgermeister, unabhängig davon, wer das sein mag, diese politischen Änderungen umsetzen, um den kulturellen und historischen Fortschritt der Stadt Seattle zu fördern und die Belastungen ihrer Bevölkerung minimieren. Dieses Dokument repräsentiert die schwarzen Stimmen, die nach 9 Tagen friedlichen Protests unter ständigem nächtlichen Angriff der Polizei von Seattle an der Ecke von 12th & Pine Street im Moment des Sieges gesprochen haben. Dies sind Worte aus dieser Nacht am 8. Juni 2020.

“Welcome to Free Capitol Hill”

Zur besseren Übersicht haben wir diese Anforderungen in vier Kategorien unterteilt: Justiz, Gesundheits- und Sozialwesen, Wirtschaft und Bildung.

Angesichts des historischen Moments beginnen wir mit unseren Forderungen in Bezug auf das Justizsystem.

  1. Die Polizei Seattle und das angeschlossene Gerichtssystem sind nicht mehr zu reformieren. Wir fordern keine Reform, wir fordern die Abschaffung. Wir fordern, dass der Stadtrat von Seattle und der Bürgermeister der Polizei Seattle und dem angeschlossenen Justizapparat die finanziellen Mittel entziehen und diese abschaffen. Dies betrifft die gesamte Finanzierung, einschließlich der bestehenden Renten für die Polizei von Seattle. Gleich bedeutend fordern wir auch, dass die Stadt den Betrieb des U.S. Immigration and Customs Enforcement (ICE) in der Stadt Seattle untersagt.
  2. In der Übergangszeit zwischen jetzt und dem vollständigen Abbau der Polizei von Seattle fordern wir, dass der Einsatz von Waffengewalt vollständig verboten wird. Keine Schusswaffen, keine Schlagstöcke, keine Schilde, keine chemischen Waffen, insbesondere gegen diejenigen, die ihr durch die amerikanische Verfassung garantiertes Demonstrationsrecht ausüben.
  3. Wir fordern ein Ende der systematische Kriminalisierung von Jugendlichen im Schulalter und die Abschaffung aller Jugendgefängnisse. Kinder raus aus den Gefängnissen, Cops raus aus den Schulen. Wir fordern auch, dass das neue Jugendgefängnis, das derzeit in Seattle gebaut wird, zweckentfremdet wird.
  4. Wir fordern, dass weder die Stadtregierung noch die Landesregierung, sondern dass die Bundesregierung eine umfassende Untersuchung früherer und aktueller Fälle von Polizeibrutalität in Seattle und Washington sowie die Wiederaufnahme aller abgeschlossenen Fälle, die polizeiliche Beschwerdestelle (Office of Police Accountability) gemeldet wurden. Insbesondere fordern wir die Wiederaufnahmen der folgenden für Seattle und Washington besonders relevanten Fälle, in denen ungerecht geurteilt wurde, nämlich die Fälle von Iosia Faletogo, Damarius Butts, Jesaja Obet, Tommy Le, Shaun Fuhr und Charleena Lyles.
  5. Wir fordern Wiedergutmachung für Opfer von Polizeibrutalität in einer noch festzulegenden Art und Weise.
  6. Wir fordern die Stadt Seattle auf, die Namen nachweislich an Polizeibrutalität beteiligter Beamt*innen, öffentlich bekannt zu machen. Anonymität sollte im öffentlichen Dienst nicht einmal ein Privileg sein.
  7. Wir fordern eine Wiederaufnahme der Verfahren aller PoC, die derzeit wegen Gewaltverbrechen zu einer Haftstrafe verurteilt sind, durch eine ausgewogene Jury aus ihrer Gemeinde.
  8. Wir fordern eine Entkriminalisierung von Protestakten und eine Amnestie für Protestierenden im Allgemeinen, insbesondere aber für diejenigen, die an der sogenannten „George Floyd-Rebellion“ gegen die als Seattle Police Department bekannte Terrorzelle beteiligt sind, die zuvor dieses Gebiet besetzt hatte. Dies schließt die sofortige Freilassung aller Demonstranten ein, die derzeit nach den Verhaftungen an 11th und Pine Street am Sonntagabend und am frühen Samstagmorgen, dem 7. und 8. Juni, im Gefängnis festgehalten werden, sowie aller anderen Demonstranten, die in den letzten zwei Wochen des Aufstands verhaftet wurden. Insbesondere der Name Evan Hreha ist damit verbunden, der die Polizei von Seattle dabei gefilmt hat, wie sie ein 9 Jahre altes Mädchen mit Reizgas besprühte und jetzt im Gefängnis sitzt.
  9. Wir fordern die Stadt Seattle und die Landesregierung auf, jeden Gefangenen, der derzeit wegen einer Straftat im Zusammenhang mit Marihuana im Gefängnis ist, freizulassen und die damit verbundene Verurteilung aufzuheben.
  10. Wir fordern die Stadt Seattle und die Regierung des Bundesstaates auf, jeden derzeit inhaftierten Gefangenen freizulassen, nur um sich der Verhaftung zu widersetzen, wenn keine anderen Anklagepunkte vorliegen, und dass in diesen Fällen Verurteilungen ebenfalls aufgehoben werden sollten.
  11. Wir fordern, dass den derzeit inhaftierten Gefangenen das volle und uneingeschränkte Wahlrecht eingeräumt wird und dass der Staat Washington Gesetze verabschiedet, die explizit gegen das Bundesgesetz verstoßen, welches Straftätern das Wählen untersagt.
  12. Wir fordern ein Ende der Immunität der Polizeibeamt*innen in der Zeit zwischen jetzt und der Auflösung der Polizei von Seattle (SPD) und des bestehenden Justizsystems.
  13. Wir fordern die Abschaffung von Haft im Allgemeinen, insbesondere aber die Abschaffung sowohl von Jugendgefängnissen als auch von privaten, gewinnorientierten Gefängnissen.
  14. Wir fordern als Ersatz für das derzeitige Strafrechtssystem die Schaffung von Programmen für wiederherstellenden / transformativen Gerechtigkeit als Ersatz für Inhaftierung.
  15. Wir fordern, dass den Menschen Autonomie eingeräumt wird, um lokal Systeme zur Verbrechensbekämpfung zu schaffen.
  16. Wir fordern, dass die Polizeibehörde von Seattle bis zu ihrer baldigen Abschaffung ihr „Fundbüro“ leert und Eigentum zurückgibt, das den Bewohner*innen der Stadt gehört.
  17. Wir fordern Gerechtigkeit für diejenigen, die von der Seattle Police Department oder den Gefängniswärtern im Bundesstaat Washington sexuell belästigt oder missbraucht wurden.
  18. Wir fordern, dass bis zur Abschaffung des SPD jeder einzelne SPD-Beamte seine Body Cam einschaltet und dass das Body Cam-Video aller Polizisten in Seattle leicht öffentlich zugänglich sein sollte.
  19. Wir fordern, dass die zuvor für die Polizei von Seattle verwendeten Mittel umgeleitet werden in: A) Sozialgesundheitssysteme und medizinische Versorgung für die Stadt Seattle. B) kostenloser öffentlicher Wohnraum, denn Wohnen ist ein Recht, kein Privileg. C) Öffentliche Bildung, um die durchschnittliche Klassengröße in städtischen Schulen zu verringern und das Lehrer*innengehalt zu erhöhen. D) Einbürgerungsdienste für Einwanderer*innen, die ohne Papiere in den USA leben. (Wir fordern, dass sie als „Undocumented“ – nicht registrierte Personen – zu bezeichnen, denn keine Person ist „illegal“.) E) Allgemeine Gemeindeentwicklung. Parks usw.

Wir haben auch wirtschaftliche Forderungen, die angegangen werden müssen.

  1. Wir fordern die De-Gentrifizierung von Seattle, beginnend mit der Mietkontrolle.
  2. Wir fordern die Wiederherstellung der Budgets für Kunst und Kultur, um die einst reiche kulturelle Identität von Seattle wiederherzustellen.
  3. Wir fordern kostenlose College-Ausbildung für die Bevölkerung des Bundesstaates Washington – aufgrund der überwältigenden Auswirkung der Bildung auf den wirtschaftlichen Erfolg und der damit verbundenen überwältigenden Auswirkung von Armut auf die PoC – als eine Form der Wiedergutmachung für die Behandlung der Schwarzen in diesem Bundesstaat und im Land.
  4. Wir fordern, dass der Polizei von Seattle bis ihrer Abschaffung verboten ist, Räumung von Obdachlosen-Schlafplätzen durchzuführen, die unsere obdachlosen Nachbarn verdrängen und verstören, und fordern zugleich ein Ende aller Räumungen.
  5. Wir fordern einen dezentralen Wahlprozess, um den Bürger*innen von Seattle eine bessere Möglichkeit zu geben, Kandidat*innen für ein öffentliches Amt auszuwählen, damit wir bei der Abstimmung nicht gezwungen sind, zwischen Pest und Cholera zu wählen. Es gibt mehrere Systeme und Richtlinien, die es für die Arbeiterklasse bestenfalls unpraktisch machen, sich für ein öffentliches Amt zu bewerben. Diese, beginnend mit den Gebühren, die mit der Beantragung eines öffentlichen Amtes verbunden sind, gehören abgeschafft.

In Bezug auf die wirtschaftlichen Forderungen haben wir auch Forderungen in Bezug auf das, was wir formell als „Gesundheits- und Sozialwesen“ bezeichnen würden.

  1. Wir fordern, dass die Krankenhäuser und Pflegeeinrichtungen in Seattle schwarze Ärzte und Krankenschwestern beschäftigen, um insbesondere die Versorgung schwarzer Patienten zu unterstützen.
  2. Wir fordern die Menschen in Seattle auf, bewusst Unternehmen von Schwarzen zu suchen und zu unterstützen. Euer Geld ist unsere Kraft und Nachhaltigkeit.
  3. Wir fordern, dass die Stadt ein separates Programm mit Expert*innen für psychische Gesundheit schafft, um auf Notrufe im Zusammenhang mit psychischen Krisen zu reagieren, und wir bestehen darauf, dass alle an einem solchen Programm Beteiligten zu Deeskalation von Konflikten umfangreich geschult werden.

Abschließend unsere Forderungen bezüglich des Bildungssystems in der Stadt Seattle und im Bundesstaat Washington:

  1. Wir fordern, dass die Geschichte der Schwarzen und der amerikanischen Ureinwohner im Lehrplan des Staates Washington einen wesentlich größeren Stellenwert erhält.
  2. Wir fordern, dass gründliche Schulungen zur Beseitigung von Vorurteilen für alle Berufe im Bildungssystem sowie im medizinischen Bereich und in den Medien gesetzlich vorgeschrieben werden.
  3. Wir fordern die Stadt Seattle und den Bundesstaat Washington auf, alle Denkmäler zu entfernen, die historischen Persönlichkeiten der Konföderierten Staaten gewidmet sind, deren Versuch, ein Amerika mit Sklaverei als dauerhaftem Bestandteil aufzubauen, einen Verrat gegen die Menschheit darstellt.

Transkribiert von @irie_kenya und @AustinCHowe.

Besonderer Dank geht an Magik der diese Liste initiiert und unser Diskussion moderiert hat. Ebenso Danke an Omari Salisbury für die Idee, die Liste in Kategorien zu unterteilen und an Kshama Sawant, der als einziger Beamter in Seattle mit den Leuten auf Free Capitol Hill diskutiert hat in der Nacht, in der es befreit wurde.

Obwohl wir Free Capitol Hill im Namen der Menschen in Seattle befreit haben, dürfen wir nicht vergessen, dass wir auf Land stehen, das bereits einmal den Duwamish, den ersten Menschen in Seattle, gestohlen wurde und dass John T. Williams vom Nuu-chah-nulth-Stamm im Norden vor 10 Jahren von der Polizei Seattle ermordet wurde.

Black Lives Matter — All day, Every day.

Im Original geschrieben von FreeCapitolHill


Stress in der Rigaer: Polizei und Berliner Medien zündeln wieder

Posted: März 22nd, 2020 | Author: | Filed under: In eigener Sache | Tags: , , | No Comments »

Seit Wochen fährt die Polizei wieder schwere Geschütze gegen die Bewohner der Rigaer auf. Die Hausgemeinschaft wird regelrecht belagert und Anwohner*innen provoziert. Die Berliner Boulevardmedien suhlen sich in den belanglosen Polizeimeldungen, die Verhalten außerhalb bürgerlicher Norm skandalisieren und kriminalisieren. Die Situation wird sich wohl bei einer Ausgangssperre weiter verschärfen.


„gemeinschaftlicher sexueller Missbrauch einer behördlich Verwahrten“

Posted: März 21st, 2020 | Author: | Filed under: Aktuelle Einsätze | Tags: , | No Comments »

CN Vergewaltigung

Am 28.09.2019 sollen 2 Cops 1 Frau vergewaltigt und dabei gefilmt. Sie versuchten die Aufnahmen zu löschen. Videos konnten aber rekonstruiert werden.

Artikel bei DER SPIEGEL


Corona-Tagebuch – die Polizei in der Krise (3)

Posted: März 21st, 2020 | Author: | Filed under: Aktuelle Einsätze | Tags: , , , , , , , | No Comments »

Ausgangssperre

Zuletzt aktualisiert Sonntag, 22.03.2020 um 8:28 Uhr.

Hier geht es hier um Ausgangssperren. In Spanien und Frankreich gibt’s die schon. Die Folge sind mehr übergriffige Polizeieinsätze, mehr rassistische Maßnahmen (zumindest in den sozialen Medien und in der Berichterstattung). Auch in Deutschland würden die Kontrollen wohl eher die „üblichen Verdächtigten“ treffen. Am Freitag trendet #Ausgangssperre und #AusgangssperreJetzt auf Twitter.

Aber wie ist die aktuelle Lage dazu in Deutschland? Es folgt ein Überblick zu den Maßnahmen, die einzelne Bundesländer ergriffen haben – unvollständig, laufend aktualisiert. Fehlt etwas? Schreibt eine E-Mail.

Bayern

Spaziergänge mit dem Hund, allein oder mit der Familie bleiben erlaubt, Einkäufe sind weiter möglich und Sport im Freien wird auch nicht verboten. Versammlungen im Freien werden von der Polizei aufgelöst. Andere Bundesländer erwägen dem Beispiel zu folgen.

Sachsen

Ab Sonntag: Ansammlungen von Menschen werden mit einer Freiheitsstrafe von bis zu zwei Jahren bestraft.

Hessen

Ab Samstagmittag, 12 Uhr: Restaurants dicht, Versammlungen nur bis fünf Personen

Sonntag gibt es angeblich Beratschlagungen der einzelnen Bundesländer mit der Bundesregierung über bundesweite Ausgangsregelungen.

Saarland

 

Berlin

 

NRW

Die Landesregierung NRW reagiert überrascht auf die Ausgangssperre in Bayern und werfen Markus Söder ein unabgestimmtes Vorpreschen vor dem Treffen am Sonntag vor.

Immer deutlicher wird auch der Wettstreit insbesondere zwischen NRW und Bayern um das beste Vorgehen.

Ausgangsbeschränkung vs. Ausgangssperre

Auch interessant das Ringen um Begrifflichkeiten…

Ein detailliertes „Corona-Tagebuch“ gibt es außerdem auf cilip.de

Die vorherigen Einträge zu Polizei und Corona findet ihr hier.


Corona-Tagebuch – die Polizei in der Krise (2)

Posted: März 19th, 2020 | Author: | Filed under: Aktuelle Einsätze | Tags: , , , | No Comments »

Kampf um Toilettenpapier

In Mannheim und Bremen musste die Polizei. In beiden Fällen „wurde die Polizei gerufen“, um die jeweilige Angelegenheit zu „klären“. Musste das wirklich sein?

***

Keine guten Nachrichten für die Geflüchteten in Suhl. Das Landesverwaltungsamt hat die Bundeswehr um Unterstützung in der Erstaufnahmeeinrichtung Suhl gebeten, in der über 500 Flüchtlinge unter Quarantäne stehen und in der am Dienstag rund 150 Polizist*innen gegen Bewohner*innen vorgingen. Noch dementieren thüringische Politiker*innen, die Bundeswehr bestätigte, das Land habe am Montag „die Abstellung von Soldaten zur (schichtfähigen) Ausübung des Hausrechts“ in Suhl beantragt.


Reform des Polizeigesetzes in Mecklenburg-Vorpommern

Posted: März 19th, 2020 | Author: | Filed under: In eigener Sache | No Comments »

Überwachung

Mit den Stimmen der Regierungsfraktionen von SPD und CDU sowie der AfD hat der Landtag Mecklenburg-Vorpommerns die Novelle des Sicherheits- und Ordnungsgesetzes (SOG) verabschiedet.

Damit kann die Polizei nun unter anderem:

  • mit Richtergenehmigung IT-Systeme wie Computer oder Smartphones präventiv heimlich online durchsuchen
  • die Kommunikation via Messenger wie WhatsApp, Signal oder Threema direkt auf einem Zielsystem abhören, bevor diese ver- oder nachdem sie entschlüsselt wird
  • Wohnungen mit richterlicher Erlaubnis heimlich betreten und durchsuchen
  • im Vorfeld von Überwachungsmaßnahmen fortan auch Geräte wie einen „WLAN-Catcher“ nutzen, um „spezifische Kennungen“ beziehungsweise den Standort eines IT-Systems ausfindig zu machen
  • „unbemannter Luftfahrtsysteme“ einsezen, um Anhaltspunkte für Online-Durchsuchungen, den großen Lauschangriff oder gängige Formen der TKÜ zu erhalten
  • „Nutzungsdaten“ wie IP-Adressen, Browsertyp, Seitenabrufe oder Besuchsdauer von Telemedienanbietern anfordern
  • Body-Cams einsetzen
  • Kfz-Kennzeichen-Scanning durchführen
  • „Polizeiliche Anhalte- und Sichtkontrollen“ im Grenzgebiet „bis zu einer Tiefe von 30 Kilometern“ durchführen

Quelle: heise.de (Abgerufen am 19.03.2020 um 21:02 Uhr)


Corona-Tagebuch – die Polizei in der Krise (1)

Posted: März 17th, 2020 | Author: | Filed under: Aktuelle Einsätze | Tags: , | No Comments »

Knapp drei Wochen ist es her seit nach Karneval der erste Corona-Fall in Deutschland bei Heinsberg öffentlich wurde. Heute (17.03.2020, Stand: 22:05 Uhr) sind es fast 10.000 aktive Fälle. 26 Menschen sind am Virus und seinen Folgen verstorben.

Bundesweit werden immer strengere Maßnahmen ergriffen, um die Verbreitung des Virus einzudämmen. Die Polizei wird dazu eingesetzt, diese umzusetzen. 

Das sieht von Behörde zu Behörde unterschiedlich aus. Während die Münchener Polizei auf Twitter eher seriös auf die Beschränkungen verweist, ist die Polizei in Berlin eher flapsig unterwegs. 

Wie ein kompletter Lockdown aussehen könnte, sehen wir in Frankreich. Weitreichende Einschränkungen wurden dort angekündigt.

Während sich die meisten Menschen in Deutschland noch frei bewegen dürfen, gibt es aber auch hier schon Menschen, die von krassen Quarantäne-Maßnahmen betroffen sind. In Suhl (Thüringen) setzte die Polizei mit einem Risenaufgebot eine Quarantäne in einer Aufnahmeeinrichtung durch.

Meanwhile in Dresden…

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Eine schwarze Frau geht zur Polizei…

Posted: März 8th, 2020 | Author: | Filed under: Polizei kriminalisiert | Tags: , , , , , , , , , , | No Comments »

Nach der Anzeige gegen Essen Stellt sich quer, die auf die rassistischen Maßnahmen rund um Razzien im Stadtteil Altendorf hingewiesen hatten und der Unterstützung einer Nazi-Demo, die an der Alten Synagoge vorbeiziehen durfte, gibt es nun wohl wenigen Tage später einen weiteren Vorfall in Essen, den Anna Dushime auf ihrem Twitter-Account am 08.03.2020 öffentlich machte.

Die Polizei hat am 09.03.2020 nachmittags ein Statement zu den Vorwürfen veröffentlicht, in dem den Opfern Widerstandshandlungen unterstellt werden, mit denen der Einsatz von Gewalt gerechtfertigt wird. Aus „Neutralitätsgründen“ habe die Polizei Bochum Ermittlungen aufgenommen.

Der Fall ist aufgrund einiger aktuellen Fälle bei der Polizei Essen brisant:

  • im Zusammenhang mit den Kundgebungen der Steeler Jungs Fotoverbot für Antifaschist*innen, einer rechtsradikalen Bürgerwehr im Stadtteil Steele sprach die Polizei ein aus: Bei der Demonstration will man Demonstranten ansprechen, die im Verdacht stehen, Neonazis zu fotografieren. Ein Blick auf die Kamera oder das Smartphone könne Abhilfe schaffen.
  • die Informationspolitik der Polizei Essen vor der Nazi-Demonstration am 1. März in Essen war mangelhaft. Weder Presse noch Anwohner*innen wurden ausreichend informiert. Am Ende zogen 100 Nazis größtenteils ohne Gegenprotest durch die Essener Innenstadt und an der Alten Synagoge vorbei.
  • die Stadt und die Polizei Essen gelten als Vorzeigemodell des NRW-Innenministers Herbert Reul, was die „Bekämpfung von Clankriminalität“ angeht. Regelmäßig finden in bestimmten Stadtteilen Essens Razzien statt. Das antirassistische Bündnis Essen Stellt Sich Quer hatte in einer einem Redebeitrag zum Anschlag in Hanau auf die rassistischen Kontrollen der Polizei hingewiesen. Daraufhin haben die Stadt und das Polizeipräsidium Essen eine Strafanzeige wegen Beleidigung gegen einen Verantwortlichen des Bündnisses gestellt. Dazu nahmen auch Wissenschaftler*innen der Universität Duisburg-Essen Stellung (!), die gegenwärtig im Stadtteil Altendorf forschen. Sie hätten das Vorgehen der Stadt und der Polizei „mit Verwunderung zur Kenntnis genommen.“ Dies gelte auch für Berichterstattung zur Angelegenheit.

Nach dem neuen Fall äußerten sich auch der CDU-MdB Matthias Hauer und Kai Gehring (Grüne). Arno Klare und Dirk Heidenblut (beide SPD) äußern sich bislang nicht.

Die Vorwürfe seien sehr weitreichend, schrieb Matthias Hauer und die Polizei solle ihre Sicht der Lage darstellen. Den Vorwürfen werde nun durch eine andere Ermittlungsbehörde nachgegangen. Kai Gehring  forderte den Essener Polizeipräsidenten auf, eine öffentliche Erklärung zu den „im Raum stehenden Vorwürfen“ abzugeben.

Die zivilgesellschaftliche Organisation mit den Schwerpunkten Partizipation, Migration und Vielfalt DeutschPlus bat die Angeordnete und Medien sich einzuschalten.

Die Sprecherin der Grünen Essen Gönül Eğlence schreibt, die rassistische Beleidigungen und Gewalt seien inakzeptabel, eine unverzügliche und lückenlose Aufklärung sei geboten.

Die Sprecherin der Grünen Fraktion im Landtag NRW für Innenpolitik und Strategien gegen Rechtsextremismus Verena Schäffer beantragte einen Bericht im Innenausschuss.

Unbestätigtes Gesprächsprotokoll mit der Polizei Essen:

Was ist institutioneller Rassismus?

Institutioneller Rassismus ist “das kollektive Versagen einer Organisation, für Menschen bezüglich ihrer Hautfarbe, Kultur, Religion und ethnischen Herkunft [oder Zuschreibung] geeignete und professionelle Leistungen und Angebote zu erbringen. Er lässt sich in Prozessen, Einstellungen und Verhaltensweisen festmachen, welche auf eine Diskriminierung hinauslaufen und durch unbewusste Vorurteile, Ignoranz, Gedankenlosigkeit und rassistische Stereotypen, die oben genannten Personen individuell oder kollektiv benachteiligen.“

Medienspiegel

In einem RTL-Beitrag gibt es weitere Details zu den Geschehnissen.

Neues Deutschland, Schläger in Uniform

islamIQ, Rassistische Gewaltvorwürfe gegen Essener Polizei

Der Spiegel, Frau will auf der Wache Anzeige erstatten – und berichtet von Polizeigewalt

 

Stand: 11.03.2020, 20:44Uhr – dieser Beitrag wird laufend aktualisiert. – Hat dir dieser Beitrag gefallen und du möchtest #1WeltOhnePolizei unterstützen, dann tue das gerne auf Patreon.


Vorabend-Demo zum 8. März in Paris

Posted: März 8th, 2020 | Author: | Filed under: Polizei kriminalisiert | Tags: , | No Comments »

Die Vorabend-Demo zum 8. März in Paris ist von der Polizei angegriffen worden. Zuvor hatte die Kundgebung klargemacht: „Police partout, justice nulle part.“ (Überall Polizei, nirgendwo Gerechtigkeit.)

Danach setzt die Polizei Tränengas ein und greift schließlich die Demo an.

Die Demo wird aufgelöst. Die Teilnehmer*innen in die Metro begleitet.